Die moderne Propaganda – „Mind Control“

Die moderne Propaganda – „Mind Control“

Der Ursprung der modernen Propaganda liegt in den USA und Großbritannien zur Zeit des 1. Weltkriegs. 1916 während der Amtszeit von Woodrow Wilson die Creel-Kommission ins Leben gerufen, die unter Beteiligung von John Dewey, Walter Lippmann und dem neugegründeten britischen Propagandaministerium die Aufgabe hatte, das pazifistisch gestimmte amerikanische Volk gegen die Deutschen zu mobilisieren. Dies wurde ein großer Erfolg. Lippmann verfasste später eine Demokratie-Theorie die besagt, dass das Volk im Wesentlichen aus zwei Klassen bestehe. Einerseits aus der Klasse der Spezialisten, die aktiv mit den Angelegenheiten der Allgemeinheit betraut sind und die Entscheidungen treffen und andererseits aus der großen Mehrheit, die mangels eigenen Wissens zur Unterstützung der „vernünftigen“ Entscheidungen der Spezialisten gebracht werden müsse. Untersucht wurde die Weltkriegspropaganda im wissenschaftlich-soziologischen Kontext einer allgemeinen Theorie der öffentlichen Meinung erstmals und grundlegend in der „Kritik der öffentlichen Meinung“ von Ferdinand Tönnies.

Aufgrund der im 1. Weltkrieg mit Propaganda gemachten Erfahrungen haben die Nationalsozialisten extremen Wert auf deren Anwendung gelegt und sie unter dem “Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda“ Joseph Goebbels zu einer Perfektion gebracht.

Wir haben ein Ministerium für Volksaufklärung und Propaganda begründet. Diese beiden Titel drücken nicht dasselbe aus. Volksaufklärung ist im Wesen etwas Passives, Propaganda dagegen etwas Aktives. Wir können uns nicht damit begnügen, dem Volke nur zu sagen, was wir wollen und Aufklärung darüber zu geben, wie wir es machen. Wir müssen dieser Aufklärung vielmehr eine aktive Regierungspropaganda zur Seite stellen, eine Propaganda, die darauf hinzielt, Menschen zu gewinnen.

Joseph Goebbels (1897-1945), deut. Politiker (NSDAP)

Das Standardwerk der Nachkriegspropaganda ist „Propaganda“ des Amerikaners Edward Bernays (war einer der Wegbereiter theoretischer und praktischer Art für Propaganda, Werbung, Vermarktung und Öffentlichkeitsarbeit) der schon Mitglied der Creel-Kommission war.

Umsetzung von Propaganda

  1. massiver und gezielter Einsatz von Massenmedien
  2. Einsatz von Prominenten oder geeignet erscheinender Gruppen, NGO’s, Organisationen
  3. Aufrufe sich der Mehrheit anzuschließen weil die zu den Gewinnern gehören wird („Wir schaffen es“ „Wir zusammen“ „Yes we can“)
  4. Pathetische Aussagen die Naturgegebenheit Unabwendbarkeit und Richtigkeit von Maßnahmen suggerieren („Der Euro ist alternativlos“, „Banken sind systemrelevant“)
  5. Überhöhung: Pathetische Appelle an Vaterland, Freiheit, Frieden, Ehre, Ruhm usw. und Verbindung von Personen oder Themen mit solchen positiv besetzen Wörtern
  6. Starke Vereinfachungen von komplexen Themen
  7. Vage oder mehrdeutige Aussagen (Erzeugung von Zweifeln bzw. Assoziationen)
  8. Schuldzuweisungen, Diskreditierung von Gegnern, Präsentation von Sündenböcken (Ausländer, ethnische Minderheiten, Randgruppen,..)
  9. Die Behauptung es sei der „Wille der kleinen Leute“
  10. Erzeugung von Vorurteilen – aber auch: Deskreditierung missliebiger Urteile als Vorurteil
  11. Ständige Wiederholung einfacher Aussagen (sogenannter „Slogans“)

Techniken der Propagandaverbreitung

Gebräuchliche Werkzeuge der Propaganda sind Nachrichten der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, politische Reden und Schriften (z.B. Umfragen, Regierungserklärungen, Zeitungen, Internet-Blogs, Social-Media, politische Kommentare, Bücher), Plakate, Filme, Musik, Kunst u.a. Die Lehrpläne von Schulen werden von der Propaganda instrumentalisiert (pseudowissenschaftliche Aussagen). Auch die Schleichwerbung in redaktionellen Beiträgen verschiedener Art (Presse, Fernsehen, im Spielfilm usw.) ist zu nennen. Durch die modernen Massenmedien kann die Propaganda schnell verbreitet werden.

Nicht zu vergessen und zu unterschätzen sind hier Fake-Postings und Bewertungen im Internet als auch Leserbriefe in Printmedien um allgemeine Meinungen zu verfälschen, und um auf diese Weise psychologisch auf die Leser einzuwirken und deren Entscheidungen zu manipulieren.

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